Der April hat seinen ganz eigenen Zauber. Alles ist ein bisschen in Bewegung, ein bisschen im Werden. Die ersten warmen Tage lassen uns aufatmen, überall beginnt es zu wachsen und zu blühen – und gleichzeitig gibt es sie noch, die grauen, nassen Tage, an denen man den Frühling suchen muss. Vielleicht liegt genau darin die besondere Qualität dieses Monats: Nicht alles ist schon da, aber vieles kündigt sich an. Und genau hier entsteht Raum für Leichtigkeit, für kleine Experimente und für die Entscheidung, das Schöne bewusst wahrzunehmen. Diese Can-Do-Liste möchte dich dabei begleiten.
Ayurvedisch kochen: Spargel-Liebe
Im April beginnt auch auf dem Teller eine neue Zeit – und kaum etwas steht so sehr für den Frühling wie Spargel. In der Ayurveda-Lehre gilt er als sattvisches Lebensmittel, das unser Immunsystem stärkt und auch auf das Nervensystem eine wohltuende Wirkung hat. Besonders für Pitta und Kapha ist er jetzt eine wertvolle Unterstützung. Während der weiße Spargel nur unter der Erde wächst, bekommt der grüne Sonnenlicht ab – und genau das macht ihn aus ayurvedischer Sicht noch etwas wertvoller. Lebensmittel, die über der Erde wachsen und viel Sonne aufnehmen, gelten als besonders prana-reich, also voller Lebensenergie.
Auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht bringt Spargel einiges mit: Er besteht zu über 90 Prozent aus Wasser, ist kalorienarm, fettfrei und gleichzeitig reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Sein hoher Kaliumgehalt wirkt zudem entwässernd. Grüner Spargel punktet zusätzlich mit mehr Vitamin C, Folsäure und B-Vitaminen.
Wenn du Lust hast, das alles direkt umzusetzen, probiere doch einmal das Rezept für Spargel mit ayurvedischer Hollandaise, Kartoffel-Küchlein und Melonen-Chutney aus der Ayurveda-Küche in Birstein.
Yoga-Special bei be yogi: Ausbildung & Outdoor
Für uns ist der April ein ganz besonderer Monat, denn an Ostern startet wieder unsere Yoga-Ausbildung. Damit verbunden gibt es auch im Studio und am Campus einige besondere Formate: Im Studio erwarten dich Specials mit unseren Lead-Trainerinnen, zum Beispiel TRE oder Yoga Nidra. Am Campus öffnen wir Räume für Formate wie Move & Meditate, die dich noch einmal auf eine andere Weise in die Praxis eintauchen lassen.
Und wenn das Wetter mitspielt, möchten wir gegen Ende des Monats auch wieder nach draußen gehen und die Outdoor-Saison im Privatpark des be yogi Campus eröffnen. Es bleibt also ein bisschen spannend – und vielleicht hilft es ja, innerlich schon mal ein kleines gutes Wort an Indra zu richten.
Für alle, die neugierig sind: Indra gilt im Hinduismus als König der Götter und wird häufig auch als Wettergott beschrieben. In manchen Überlieferungen bildet er gemeinsam mit seinen Brüdern Agni, dem Gott des Feuers, und Vayu, dem Gott des Windes, eine Art göttliche Triade. Und ganz nebenbei ist er auch der Vater von Arjuna – dem Krieger, mit dem Krishna in der Bhagavad Gita spricht.
Ab nach draußen: Wildblumen-Guerilla
Im April beginnt nicht nur bei uns Menschen etwas zu wachsen, sondern auch draußen erwacht alles sichtbar zum Leben. Vielleicht hast du Lust, selbst ein kleiner Teil davon zu werden. Nimm auf deinen nächsten Spaziergang ein paar Wildblumensamen mit und streue sie dort aus, wo du kleine freie Flächen entdeckst.
So entsteht ganz nebenbei ein buntes Netz aus Blüten, das nicht nur dich, sondern auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge unterstützt. Es ist eine einfache, fast spielerische Art, etwas weiterzugeben – und gleichzeitig die Welt ein kleines bisschen lebendiger zu machen.
Für Zuhause: Perspektiven verändern
Auch in deinen eigenen vier Wänden kannst du diese Aufbruchsstimmung aufnehmen – nicht durch große Veränderungen, sondern durch kleine, bewusste Verschiebungen. Trinke deinen Kaffee oder Tee einmal an einem anderen Ort als sonst. Setze dich vielleicht auf den Boden statt an den Tisch oder nimm dir bewusst einen Platz am Fenster. Es geht gar nicht darum, etwas neu zu gestalten oder zu optimieren, sondern darum, deine Umgebung anders zu erleben.
Nimm dir einen Moment Zeit, um diese Veränderung wirklich wahrzunehmen. Vielleicht fühlt es sich zuerst ungewohnt an. Und dann? Welche Stimmung entsteht danach? Der April erinnert uns daran, dass es oft nicht viel braucht, um etwas in Bewegung zu bringen. Dein Zuhause darf dabei ein Ort sein, der sich mit dir mitentwickelt – lebendig, statt perfekt.
Allein sein: 30 Tage Alltagsfotografie
Wenn draußen alles zu wachsen beginnt, kann es schön sein, auch den eigenen Blick neu auszurichten. Eine einfache Möglichkeit dafür ist ein kleines Foto-Projekt über den ganzen Monat hinweg. Such dir ein Motiv, das dich interessiert – vielleicht Haustüren, Fenster, Farben oder bestimmte Formen – und halte jeden Tag eine neue Variante davon fest.
Es braucht nicht viel Zeit, aber es verändert etwas. Du beginnst, genauer hinzusehen, wirst aufmerksamer für Details und entdeckst Dinge, an denen du sonst vielleicht vorbeigegangen wärst. Mit der Zeit entsteht daraus nicht nur eine kleine Sammlung, sondern auch ein geschärfter Blick für die Schönheit im Alltag.
Gemeinsam genießen: Spaziergang zum Zuhören
Der Frühling lädt auch dazu ein, wieder mehr gemeinsam unterwegs zu sein. Wie wäre es mit einem Spaziergang, bei dem es nicht nur um Bewegung geht, sondern um echten Austausch? Jede:r kann erzählen, was im eigenen Leben gerade „im Werden“ ist – ganz ohne Bewertung, ohne sofortige Antworten oder gut gemeinte Ratschläge.
Vielleicht ist es ungewohnt, einfach nur zuzuhören. Aber genau darin liegt eine besondere Qualität: Raum geben, ohne zu lenken. So kann etwas entstehen, das über ein normales Gespräch hinausgeht – eine Verbindung, die nicht durch Worte entsteht, sondern durch Präsenz.
Zum Nachdenken: Social Yoga erforschen
Im Yoga sprechen wir oft davon, nach innen zu schauen. Social Yoga erweitert diesen Blick ein Stück: Es geht darum, wahrzunehmen, wie wir uns selbst im Raum mit anderen erleben. Wie verändert sich unser Verhalten, wenn wir nicht allein sind?
Du kannst das ganz einfach für dich erforschen. Wenn du zuhause Yoga praktizierst – vielleicht mit einer Online-Klasse oder einem Video – beobachte dich einmal ganz bewusst. Ist deine Praxis anders als im Studio? Gehst du weiter in Haltungen hinein oder bleibst du vorsichtiger? Probierst du Neues aus oder bleibst du eher bei dem, was du kennst?
Und wenn du Unterschiede bemerkst, geh einen Schritt weiter und frage dich, woran das liegen könnte. Trägt dich die Energie einer Gruppe und gibt dir Mut? Oder entsteht vielleicht auch ein Gefühl von Druck, mithalten zu wollen? Möchtest du gesehen werden oder ziehst du dich eher zurück?
Es geht nicht darum, etwas davon zu bewerten. Nichts davon ist richtig oder falsch. Aber es kann sehr spannend sein, zu erkennen, wie stark unser Umfeld uns beeinflusst – und was davon wirklich aus uns selbst heraus entsteht.
Der Monat ist vorbei, aber deine Liste ist noch lang?
Kein Problem. Deine Can-Do-Liste ist kein Plan, den du abarbeiten musst. Sie ist eine Sammlung von Möglichkeiten. Nimm dir das, was dich anspricht und dir guttut. Der April wird nicht weniger wertvoll, wenn du nicht alles ausprobierst.
Vielleicht begleiten dich einige Ideen einfach weiter in den Mai. Vielleicht entstehen daraus ganz neue eigene Impulse. Und vielleicht lässt du manches auch ganz bewusst los.




