Wenn das Alte aufbricht
Es ist ein besonderer Morgen am be yogi Campus in Karlsruhe. Während draußen die Frühlingssonne die Natur wachküsst, hat in unseren Räumen eine ganz persönliche Reise begonnen. Heute, am Ostersamstag 2026, ist der erste Tag unserer 200h Yoga-Ausbildung für Hatha und Vinyasa. Und auch wenn das schon die vierte Ausbildungsrunde ist, so ist es doch auch dieses Mal wieder etwas ganz Besonderes.
Der Campus ist weit mehr als nur ein Studio – er ist ein lebendiger Ort des Lernens und des Wachstums. Mit hunderten von Stunden Ausbildungszeit pro Jahr zählt er zu den führenden Adressen für Yoga-Aus- und -Weiterbildungen in der Region. Doch heute, zum Start des Oster-Jahrgangs 2026, steht vor allem eines im Vordergrund: die Begegnung von Mensch zu Mensch.
Ein Kreis auf Augenhöhe
Elf Teilnehmerinnen sitzen im Kreis. (Es sind nur Frauen, darum verzichten wir an dieser Stelle auf das Gendern.) Die Stimmung ist ruhig, erwartungsvoll und voller Vorfreude. Ich begrüße alle zu diesem besonderen Tag – einem Tag des Erwachens, passend zur Osterzeit. In der Mitte des Kreises liegt ein symbolischer Teller, den ich mit viel Liebe vorbereitet habe. Er dient uns als energetischer Anker für die gesamte Zeit der Ausbildung.
Jedes Element auf diesem Teller erzählt eine Geschichte:
- Eine Kerze, die von Dunkel nach Hell brennt, erinnert uns daran, dass Wandlung jederzeit möglich ist.
- Eine kleine Ganesha-Figur steht bereit, um symbolisch die Hindernisse aus dem Weg zu räumen.
- Ein Bergkristall, der im vorösterlichen Mondlicht baden durfte, soll uns die nötige Klarheit auf unserem Weg schenken.
- Eine filigrane Eier-Vase, aus der zarte Blüten wachsen, versinnbildlicht meine Worte: „Das Alte bricht auf, damit Neues aufblühen darf.“
- Und mitten unter diesen Symbolen liegt ein rot-goldener Mauli-Knäuel, der darauf wartet, uns alle miteinander zu verweben.

Das Band der Verbundenheit: Die Mauli-Zeremonie
Ein besonders bewegender Moment ist das Ritual mit dieser besonderen Schnur. Ich nehme den Mauli-Knäuel vom Teller, lege mir den Faden um das linke Handgelenk und teile meine Intention: Ich möchte das Licht von Glück in die Ausbildung bringen und stets so entscheiden, dass das Wohlergehen aller Lebewesen berücksichtigt wird – auch an Tagen, an denen es eine Herausforderung ist.
Der Faden wandert weiter von Hand zu Hand, direkt vom zentralen Teller in unsere Runde. Jede wickelt sich ein Stück um das Handgelenk, stellt sich vor und benennt die Qualität des eigenen Lichts. Mit geschlossenen Augen spüren wir die leichte Spannung des Fadens und die tiefe Verbindung zu unseren Sitznachbarn. Ein gemeinsames, tiefes Einatmen lässt unsere Bauchdecken sich sanft wölben. Wir sind verbunden.
Ich schneide die Fäden in der Mitte durch, und wir helfen uns gegenseitig, die Bänder mit drei Knoten zu fixieren. Wir sind nun nicht mehr nur Kursteilnehmer – wir sind Verbündete auf diesem Abenteuer. „Jetzt kann uns nichts mehr passieren“, sage ich lächelnd, „wir passen aufeinander auf. Und wenn einer strauchelt, ist ein anderer da, der leuchtet.“
Fundierte Expertise und internationale Standards
Hinter diesem emotionalen Auftakt steht ein starkes Fundament. Die 200h Grundausbildung am be yogi Campus folgt den strengen Richtlinien der Yoga Alliance (AYA). Das bedeutet für unsere Teilnehmerinnen: Am Ende ihrer Ausbildung steht ein weltweit anerkanntes Zertifikat, das Türen öffnet.
Unser Dozententeam bringt jahrzehntelange Erfahrung aus verschiedenen Fachrichtungen zusammen – von tiefem Wissen in der Anatomie und Biomechanik bis hin zur fundierten indischen Philosophie und der Kunst des intelligenten Sequencings. Diese geballte Expertise sorgt dafür, dass aus der Begeisterung für Yoga eine professionelle Kompetenz erwächst. Wer hier lernt, taucht ein in einen Pool aus Wissen, der durch immer wieder neue Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ständig verfeinert wird.
In der Stille das Licht finden
Bevor wir in die ersten Theorie-Einheiten eintauchen, schenke ich uns einen Moment der Stille. Es ist eine angenehme, greifbare Stille. Wir werden eingeladen, in uns zu gehen: Was wollen wir loslassen – vielleicht den eigenen Erwartungsdruck? Und was wollen wir einladen, um unser Licht mehr zum Strahlen zu bringen?
Wir sind der Ausbildungsjahrgang Ostern 2026. Wir sind angekommen am be yogi Campus. Es ist ein schönes Gefühl, hier zu sein und gemeinsam diesen Weg zu gehen.
