Jede Reise beginnt mit einer Suche. Genau genommen mit einer Eingabe bei Google. „Yoga Karlsruhe“ – zwei schnell getippte Worte, wenige Klicks, ein paar Sterne, ein paar Sätze. Und schon entsteht ein erstes Bild und in diesem Moment entscheidet sich, ob man den Schritt wagt, die Matte in einem Raum auszurollen, den man noch nicht kennt.
Gerade im Yoga wirkt das auf den ersten Blick widersprüchlich. Yoga lädt uns schließlich dazu ein, uns nicht über äußere Urteile zu definieren. Nicht über Lob. Nicht über Kritik. Nicht über Bewertungen. Und trotzdem spielen sie eine Rolle – auch für uns als Studio.
Ehrliches Feedback als Entwicklungsraum
Für uns sind Bewertungen zunächst einmal Rückmeldungen. Sie zeigen uns, wie das, was wir tun, im Erleben ankommt. Nicht in der Theorie, sondern ganz konkret im Alltag: Wie sich der Raum anfühlt, ob sich jemand willkommen fühlt, ob etwas trägt oder eher verunsichert. Diese Rückmeldungen helfen uns, wach zu bleiben und uns weiterzuentwickeln. Sie bewahren uns davor, uns in Routinen einzurichten oder zu glauben, wir wüssten schon, wie es für alle (richtig) ist.
Manches Feedback erreicht uns im direkten Gespräch, manches anonym über den Feedback-Kasten im Studio oder das Formular auf unserer Webseite. Gerade die anonymen Rückmeldungen sind oft sehr klar. Sie sind nicht verletzend, sondern ehrlich. Und genau das macht sie wertvoll.
Öffentliche Bewertungen als Orientierung für andere
Öffentliche Bewertungen haben eine andere Funktion. Sie richten sich weniger an uns als an Menschen, die uns noch nicht kennen. Sie helfen Menschen, die gerade erst dabei sind, Yoga in Karlsruhe für sich zu entdecken.
Für viele ist der Schritt in ein neues Yoga-Studio keine Nebensache. Das Yoga-Studio ist ein Third Place und dieser will mit Achtsamkeit ausgewählt sein. Auch geht es um den eigenen Körper, um Unsicherheit, um die Frage, ob man hier richtig ist: Passen das Niveau der Klassen, die unterrichteten Yoga-Stile und die Lehrenden zu mir? Welche Menschen fühlen sich dort wohl? Bewertungen geben in diesem Moment Orientierung. Sie erzählen nicht, wie es sein muss, sondern wie es für andere war. Und das kann Mut machen.
Der scheinbare Widerspruch: Yoga & Bewertungen
Wenn man sich mit yogaphilosophischen Texten beschäftigt, könnte man meinen, dass Bewertungen dem Yoga widersprechen. Werte wie Nicht-Anhaften, Gleichmut und innere Unabhängigkeit scheinen auf den ersten Blick wenig mit Sternen und Kommentaren zu tun zu haben. Doch dieser Widerspruch löst sich, wenn man genauer hinschaut.
Yoga fordert uns nicht auf, Wahrnehmung zu vermeiden. Im Gegenteil lädt Yoga uns dazu ein, bewusst wahrzunehmen, ohne uns darin zu verlieren. Eine Bewertung muss kein Urteil sein. Sie kann eine Beobachtung sein. Sie ist eine Erfahrung, die jemand gemacht hat und teilt, ohne daraus eine allgemeingültige Wahrheit zu machen. Problematisch wird es erst dann, wenn Bewertungen zur Identität werden und daraus ein Etikett entsteht (was übrigens auch bei Zertifikaten passieren kann). Beides versuchen wir zu vermeiden.
Bewertungen sind auch eine Art des Karma-Yogas im digitalen Alltag. Wenn du deine Erfahrung teilst, hilfst du anderen, die noch auf der Suche sind. Du schreibst ein paar nette Worte, ohne dafür etwas zu erwarten. Du bekommst kein Geld, kein Geschenk, keine besondere Aufmerksamkeit. Bewertungen sind keine Selbstinszenierung, sondern Teil eines Miteinanders.
Wie geht be yogi mit Bewertungen um?
Hier liegt noch ein anderer wichtiger Punkt: Wir senden dir keinen Gutschein als Dankeschön für deine Sterne. Du kannst nicht gratis bei uns praktizieren im Austausch für ein Like. Wir möchten ehrliche Worte – keine incentivierten und dadurch häufig auch manipulierten Bewertungen sammeln. Diese von vielen Unternehmen betriebenen Maßnahmen sind nicht nur „un-yogisch“ sondern auch stark kritisiert, u. a. von Verbraucherschützern und dem Bundeskartellamt (sehr lesenswert: „Verbraucherrechtlicher Handlungsbedarf bei Nutzerbewertungen“).
Auch das Empfangen von Feedback ist für uns gelebte Yoga-Praxis. Wir hören genau zu, ohne sofort zu reagieren. Wir geben Rückmeldung, ohne in die Verteidigung zu gehen. Bewertungen erinnern uns daran, dass ein Yoga-Studio kein abgeschlossenes Ich ist, sondern ein Wir. Es ist ein gemeinsamer Raum, der von vielen unterschiedlichen Menschen geprägt wird. Und jedes Feedback hilft uns, diesen Raum bewusster zu gestalten – für alle, die kommen möchten.
Wenn du uns Feedback geben möchtest, dann ist das immer willkommen. Nicht, weil wir Sterne sammeln wollen, sondern weil Yoga für uns auch hier weitergeht. Im Zuhören. Im Wahrnehmen. Im bewussten Umgang mit Resonanz. Und manchmal beginnt genau dort die eigentliche Praxis.
