Im Juni beginnt die Pitta-Zeit des Jahres. Das kann sich manchmal etwas hitzig anfühlen und dadurch auch anstrengend werden. Gleichzeitig ist es aber vor allem eine Zeit voller Energie, Tatendrang und Lust auf Gemeinschaft – am liebsten draußen. Genau deshalb findest du hier die passenden Can-Dos für den Start in den Sommer.
Can-Dos sind meine monatlichen Inspirationen für achtsame Momente im Alltag, leicht umzusetzende ayurvedische Hacks und ein bisschen „Yoga off the mat“. Das alles sind nur Einladungen: vielleicht gefällt dir etwas davon und du nimmst es mit in den Juni 2026 oder du liest die Liste einfach nur und genießt deinen ersten Sommermonat auf ganz andere Art und Weise. Ich freue mich, wenn du deine Erfahrungen mit mir teilst (z.B. per Mail an laura@beyogi.de).
Ayurvedisch kochen: Süßes Halva
Momentan habe ich ein großes Verlangen nach Süßem. Ayurvedisch betrachtet ist das gar kein Wunder, denn der süße Geschmack gleicht das aktuell in dem Umwelt dominierende Pitta-Dosha perfekt aus. Heißes Wetter, eine insgesamt belastete und aufgewühlte Weltlage, viel Bewegung sowie körperliche und geistige Anstrengung sorgen dafür, dass mein Körper nach Beruhigung, Stabilität und schneller Energie sucht. Geht es dir vielleicht auch so?
Dann wäre eine Möglichkeit natürlich Himbeer-Eis zum Frühstück. Eine etwas „ayurvedischere“ Alternative ist das indische Halva, ein süßer Brei aus Karotten. Er ist schnell zubereitet, lässt sich ähnlich wie Grießbrei auch kalt essen und hält sich einige Tage im Kühlschrank. Klassisch wird er mit Milch und Ghee zubereitet – eine vegane und glutenfreie Variante des Rezepts, die ich sehr lecker finde, findest du hier bei Thieme.
Yoga-Special bei be yogi: Happy Birthday
Am 12. Juni feiern wir Geburtstag: be yogi wird drei Jahre alt. Das möchten wir natürlich gemeinsam mit dir feiern. Zuerst gibt es eine Outdoor-Yoga-Stunde mit Anna im Park des be yogi Campus. Dich erwartet ein entspannter Vinyasa Flow von Anna, dessen Level für jede:n geeignet ist und bei dem es auch nicht zu anstrengend wird. Im Anschluss laden wir dich zu einem Mantra-Abend mit Dani ein, ebenfalls draußen im Park des be yogi Campus.
Du kannst dich wie gewohnt für beide Events über den Stundenplan des be yogi Campus & Retreats bei Eversports oder über eine unserer Partner-Plattformen anmelden. Jede:r ist willkommen und herzlich eingeladen, mit uns unser drittes Jubiläum zu feiern.
Ab nach draußen: Kühlender Atem
Braucht es im Juni eigentlich überhaupt einen Grund, nach draußen zu gehen? Eher im Gegenteil: Was hält uns jetzt noch drinnen? Vielleicht am ehesten die hohen Temperaturen. Dafür gibt es übrigens einen wirklich schönen Tipp aus dem Yoga: die Atemtechnik Sitali. Vielleicht hast du dieses klassische Sommer-Pranayama in den letzten Wochen schon in einer Yoga-Stunde bei uns geübt. Dann hast du bestimmt auch gespürt, wie es den Körper kühlen und den Geist beruhigen kann. Das Schöne an dieser Übung ist: Du kannst sie auch wunderbar nebenbei machen – beim Radfahren, Joggen oder während du an der Haltestelle wartest.
So funktioniert es: Rolle deine Zunge der Länge nach zusammen und strecke sie wie ein kleines Röhrchen etwas aus dem Mund heraus. Atme durch dieses Röhrchen langsam und entspannt ein und dann tief durch die Nase wieder aus. Falls du zu den Menschen gehörst, die ihre Zunge nicht der Länge nach rollen können, kannst du die Zunge stattdessen leicht quer einrollen und gegen Gaumen und Zähne drücken.
Für Zuhause: Mittagspause
In vielen südlichen Ländern ist eine Mittags-Siesta ganz normal, um der größten Hitze des Tages zu entgehen. Wir hingegen powern oft auch im Sommer einfach durch. Vielleicht nimmst du dir deshalb einmal am Wochenende bewusst vor, eine Art Siesta zu machen. Ayurvedisch gesehen wird Tagesschlaf nämlich eher nicht empfohlen, aber es gibt wunderbare Alternativen, die genauso erholsam sein können. Wie wäre es mit einer ganz bewussten halbstündigen Pause? Mach dir einen Eistee, einen Iced Matcha Latte oder ein anderes kühles Getränk, setz dich in den Schatten und gönn dir die Zeit, dein Glas ohne Eile zu leeren.
Ich nutze solche Pausen gerne zum aktiven Zuhören: bei meinen Lieblingspodcasts, neuen Alben meiner liebsten Bands, einem Hörbuch oder einfach bei den sanften Vibrationen meiner Katze. Die haben übrigens eine nachweislich beruhigende Wirkung – mehr dazu findest du in meinem Beitrag über Katzen-Yoga. Und manchmal wird aus der halben Stunde auch ein halber Nachmittag. Das ist dann wunderschön. Glaub mir: Es fühlt sich an wie ein kleiner Urlaub im eigenen Wohnzimmer.
Allein sein: Farben der Zukunft
Ich persönlich bin ein riesiger Fan von Orakeln, Tarotkarten, Runenwürfeln und ähnlichen Dingen. Nicht, weil ich glaube, dass sie mir ein vorherbestimmtes Schicksal zeigen. Im Gegenteil: Ich bin der Meinung, dass wir (fast) alles, was uns in der Zukunft begegnet, selbst mitgestalten können. Aber solche „Vorhersagen“ helfen mir in schwierigen Situationen, mich zu sortieren. Vielleicht kennst du das auch: Du bist unentschieden, wirfst eine Münze oder würfelst – und in dem Moment, in dem die Zufallsentscheidung gefallen ist, merkst du, ob du damit einverstanden bist. Plötzlich weißt du, was du wirklich willst. Genauso halte ich es auch mit anderen Orakeln. Sie zeigen mir nicht die Zukunft, sondern helfen mir, einen Weg dorthin zu finden.
Neu entdeckt habe ich das Farbenorakel von Johannes Schneider. Mithilfe von 25 Farben betrachtet man die aktuelle Situation, den persönlichen Fokus und mögliche förderliche Verhaltensweisen. Schneider möchte mit seinem Test helfen, Probleme aus einer anderen Perspektive zu sehen. Er sagt: „Ich glaube, wir müssen anders vorgehen – in unser Inneres blicken und diesen denkenden Verstand einfach einmal loslassen.“
Wenn du neugierig bist, kannst du das Farbenorakel online, kostenlos und ohne Anmeldung ausprobieren.
Gemeinsam genießen: Außergewöhnlich grillen
Im Ayurveda spielt Gemeinschaft beim Essen eine große Rolle. Upayoga Sanstha, die Regeln für den bewussten Umgang mit Nahrung, umfassen unter anderem auch die Empfehlung, möglichst in guter Gesellschaft zu essen – selbst wenn das bedeutet, vielleicht nicht ausschließlich gesunde oder für dich perfekt bekömmliche Nahrungsmittel zu dir zu nehmen. Das heißt natürlich nicht, dass du dich anderen zuliebe verbiegen sollst. Es bedeutet vielmehr, dass du dich nicht selbst unter Druck setzen musst, immer perfekt zu essen oder perfekt zu sein.
Bei einem gemeinsamen Grillabend musst du nicht die ganze Zeit daran denken, dass man abends eigentlich nichts Schweres essen sollte. Und auch die aus ayurvedischer Sicht eher ungünstige Kombination aus kaltem Eis und heißen Himbeeren darf sein, wenn sie dir Sommerfreude schenkt. Eine glückliche Gemeinschaft kann manchmal gesünder sein als strenge Ernährungsregeln. Mein Sommertipp: Werft doch mal etwas auf den Grill, das ihr dort noch nie zubereitet habt. Zum Beispiel Lachsfilet auf Ananas, asiatisch marinierte Blumenkohl-Steaks, Maultaschen-Spieße (vegetarisch oder mit Fleisch) oder als Nachtisch Pfirsiche mit Rosmarin und Thymian. Einfach mal mit dem Essen spielen.
Zum Nachdenken: Künstliche Welten
Momentan denke ich viel über KI nach. Und obwohl ich sie regelmäßig nutze, bin ich ehrlich gesagt gar kein so großer Fan von ihr. Das liegt nicht daran, dass ich neue Technologien nicht mag – im Gegenteil. Vielmehr beobachte ich mit Sorge, wie sie von vielen Menschen in meinem direkten Umfeld und auf der ganzen Welt genutzt wird.
Hast du die Rede des Papstes zu seiner ersten Enzyklika gehört? Darin warnt er vor einer Entmenschlichung durch die verfehlte Nutzung digitaler Technologien und fordert eine breitere gesellschaftliche Kontrolle von KI. Das gesamte Rundschreiben findest du auf der Seite des Vatikans. Auch Ulla hat gerade erst einen eigenen Blogbeitrag zu diesem Thema geschrieben: „Digitale Erleuchtung: Eine neue digitale Ethik für das Bit-Zeitalter“.
Ich lade dich ein, mitzudenken: Wie und wann setzen wir KI ein? Übergeben wir Kommunikation und menschliche Beziehungspflege in die Hände unserer digitalen Assistenten? Welche Kontrolle haben intelligente Algorithmen über uns? Und wie viel von unserem eigenen Handeln, Denken und sogar Fühlen wollen wir wirklich aus der Hand geben, nur weil es bequemer, schneller oder moderner wirkt?
Und was macht man jetzt mit der Can-Do-Liste?
Meine Can-Do-Liste ist keine To-Do-Liste. Sie möchte dich inspirieren, nicht beschäftigen. Vielleicht probierst du einiges aus. Vielleicht nimmst du dir nur einen einzigen Impuls heraus. Und vielleicht hast du den Beitrag gerade einfach bei einem kühlen Getränk im Schatten gelesen und dabei festgestellt, dass du genau dort bist, wo du sein möchtest. All das ist perfekt.
Ich wünsche dir einen wunderbaren Start in den Sommer und freue mich, wenn du im Juli wieder bei der nächsten Can-Do-Liste vorbeischaust.




