Der Mai trägt seinen Zauber schon im Namen. Der Monat geht auf die römische Göttin Maia zurück – eine Gestalt des Wachstums, der Fruchtbarkeit und des Aufblühens. Sie steht für alles, was sich entfalten möchte, für Fülle, Wärme und Lebenskraft. In vielem erinnert sie übrigens an die indische Göttin Lakshmi, die für Schönheit, Fülle und Gedeihen steht. Vielleicht spüren wir deshalb gerade im Mai so deutlich, dass etwas in Bewegung kommt. Die Natur zeigt sich verschwenderisch, Farben kehren zurück, und auch in uns selbst wächst oft der Wunsch nach mehr Lebendigkeit. Diese Can-Do-Liste möchte dich einladen, genau das zu feiern – mit kleinen Ideen für Körper, Geist und Herz.
Ayurvedisch kochen: Erdbeer-Genuss
Jetzt beginnt die Erdbeerzeit. Überall lachen uns die roten Früchte an, und kaum etwas schmeckt mehr nach frühem Sommer. Im Ayurveda wird die Erdbeere allerdings differenziert betrachtet. Durch ihren süß-sauren Geschmack gehört sie zu den eher anregenden Früchten und ist besonders für Vata gut verträglich. Für Menschen, die zu Hitze, Entzündungen, Hautthemen oder Allergien neigen, kann sie jedoch weniger günstig sein – also besonders für Pitta-betonte Konstitutionen. Auch die Kombination mit Kuhmilchprodukten wird im Ayurveda kritisch gesehen. Klassische Varianten wie Erdbeer-Quark, Eisbecher oder schwere Cremes können das Verdauungsfeuer belasten und zu Trägheit führen.
Wenn du Erdbeeren genießen möchtest, probiere sie doch einmal in leichterer Form: als Shake mit Reis- oder Kokosmilch. Das wirkt deutlich bekömmlicher und zugleich wunderbar frisch. Auch Gewürze wie etwas getrockneter Ingwer, Kardamom oder Kurkuma können die saure Wirkung harmonisieren.
Yoga-Special bei be yogi: Draußen im Park
Im Mai beginnt bei uns wieder eine der schönsten Zeiten des Jahres: die Outdoor-Saison. Wenn das Wetter mitspielt, praktizieren wir bis Ende September Yoga im traumhaften Park des be yogi Campus & Retreat am Rand des Schlossgartens im Ahaweg 2. Unter großen alten Bäumen findest du natürlichen Schatten, hörst das Rauschen der Blätter und das Zwitschern der Vögel. Kein Straßenlärm, keine Zuschauer, keine Hektik – nur du, dein Atem und deine Praxis.
Für die Outdoor-Klassen gelten die regulären Preise des Studios in der Kriegsstraße 86. Du kannst also ganz unkompliziert mit deiner Mitgliedschaft, Mehrfachkarte oder auch über unsere Partner Urban Sports Club, Wellpass und Wellhub teilnehmen. Wichtig: Die Klassen findest du auf den Plattformen unter dem Standort be yogi Campus & Retreat. Von Mai bis September planen wir – je nach Wetter – zwei bis drei Klassen pro Woche im Garten des historischen Forsthauses. Vielleicht sehen wir uns ja dort.
PS: Noch ein Zusatztipp. Nicht nur in der Natur, sondern für die Umwelt praktizieren? Das kannst du Ende Mai beim WWF-Spenden-Yoga.
Ab nach draußen: Lächeln im Straßenverkehr
Wie wir uns draußen bewegen, beeinflusst nicht nur andere – sondern auch uns selbst. Eine Studie des Instituts für angewandte Sozialwissenschaften aus dem Jahr 2023 zeigt, dass Rücksicht im Straßenverkehr nicht nur als sicherheitsfördernd erlebt wird, sondern auch Stress reduziert. Viele Menschen empfinden gerade rücksichtsloses Verhalten anderer als Belastung.
Vielleicht nimmst du den Mai deshalb zum Anlass, mit einem bewussten Lächeln durch den Straßenverkehr zu gehen – egal ob zu Fuß, auf dem Rad oder im Auto. Lass jemanden vor, halte kurz an, nicke freundlich, bleibe gelassen. Achtsamkeit wirkt oft ansteckend. Wer respektvoll unterwegs ist, erlebt den Verkehr meist angenehmer – und motiviert andere, ebenfalls rücksichtsvoller zu handeln. So entsteht manchmal aus einer kleinen Geste ein ganz anderes Miteinander – und eine Form von Social Yoga außerhalb der Matte.
Für Zuhause: Gemüse anbauen
Sobald Mitte Mai die Eisheiligen vorbei sind, beginnt für viele Hobby-Gärtner:innen die schönste Zeit des Jahres. Dann dürfen Tomaten, Zucchini, Auberginen und vieles mehr endlich nach draußen ziehen.
Und auch ohne Garten kannst du jetzt wunderbar loslegen. Balkon, Fensterbrett oder Terrasse reichen völlig aus, um eigenes Gemüse oder Kräuter anzubauen. Besonders dankbar für Einsteiger:innen sind Radieschen. Sie wachsen schnell, gelingen fast immer und können oft schon nach wenigen Wochen geerntet werden. Frischer geht es kaum. Auch Pflücksalat ist ideal für Balkonkästen oder flache Pflanzschalen. Du erntest einfach immer nur die äußeren Blätter, während das Herz weiterwächst und neue Blätter bildet. So begleitet dich dein eigener Salat oft über viele Wochen hinweg. Wenn du morgens erntest, sind die Blätter besonders knackig. Und wer es aromatisch liebt, legt sich einen kleinen Kräutergarten an. Rosmarin, Salbei, Lavendel oder Thymian sind robust, pflegeleicht und schenken deiner Küche sofort mediterrane Lebendigkeit.
Vielleicht wächst im Mai nicht nur dein Gemüse – sondern auch deine Freude daran, Dinge selbst entstehen zu sehen (ganz im Sinne der Göttin Maia).
Allein sein: Schenke dir Blumen
Der Mai bringt Fülle, Begegnung und viel Leben nach draußen. Gerade deshalb darf Alleinsein in diesem Monat etwas Schönes sein – kein Rückzug, sondern bewusste Zeit mit dir selbst.
Wie wäre es, wenn du dir deinen eigenen Blumenstrauß schenkst? Nicht als Geschenk für andere, sondern ganz bewusst für dich. Auf dem Markt findest du im Mai oft besonders prachtvolle Blumen. Vielleicht möchtest du aber auch selbst pflücken – das verbindet Bewegung, Natur und Achtsamkeit auf eine sehr besondere Weise. In der Nähe von Karlsruhe findest du schöne Selbstpflück-Felder zum Beispiel in Rüppurr, Bruchsal oder Eggenstein. Vielleicht wird daraus sogar eine kleine Fahrradtour. Es ist eine einfache, fast zärtliche Form der Selbstwertschätzung: dir selbst Schönheit nach Hause zu bringen.
Gemeinsam genießen: Ayurvedisch für Alle
Im Mai feiern wir Muttertag und Vatertag. Viele Familien kommen zusammen, essen gemeinsam, verbringen Zeit miteinander. Eine schöne Gelegenheit, auch einmal auf die ayurvedische Sicht auf Ernährung im Familienalltag zu schauen.
Viele denken, ayurvedisch zu kochen bedeute, für jede Person etwas anderes zubereiten zu müssen – das schreckt natürlich erst einmal ab. Aber keine Sorge: „Ayurvedisch kochen“ bedeutet weder, dass es nur noch indisches Essen gibt, noch dass man Stunden in der Küche verbringen muss. Das ist wirklich nicht nötig. Oft reicht es, ein gemeinsames Grundgericht durch Gewürze, Beilagen oder kleine Anpassungen typgerecht zu individualisieren.
Vata-betonte Familienmitglieder freuen sich meist über weich gekochte Getreidegerichte, nährende Speisen und etwas Salz oder Zitrone. Pitta-betonte Menschen profitieren oft von süßeren Komponenten, viel Gemüse und kühlenden Gewürzen wie Koriander oder Kurkuma. Kapha-Typen fühlen sich mit leichteren Mengen sowie scharfen, bitteren oder herben Akzenten häufig wohler. So kann ein gemeinsames Essen wirklich zu einem Fest für alle werden. Und vielleicht schreibe ich dazu bald noch einen ausführlicheren Beitrag.
Zum Nachdenken: Zwischen Reiz und Reaktion
Mein Zitat des Monats lautet: „Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. Nur dort kann Begegnung stattfinden. Zwischen Reiz und Reaktion gibt es einen Raum. Nur dort finden Heilung und Entwicklung statt. Zwischen Richtig und Falsch gibt es einen Ort. Dort werden wir uns begegnen.“ Der Text wird häufig Rumi zugeschrieben, einem persischen Gelehrten des 13. Jahrhunderts.
Im Yoga kennen wir diesen Raum ebenfalls – im Atem. In der Pause zwischen Ein- und Ausatmung. Im Kumbhaka, dem bewussten Innehalten. Schon früh beobachteten Yogis, dass gerade diese Pause besondere Wirkung entfalten kann. Der Geist wird stiller, klarer, zentrierter. In der Leere zwischen zwei Atemzügen entsteht etwas Neues.
Vielleicht dürfen wir uns diesen Raum auch im Alltag öfter schenken. Nicht sofort antworten. Nicht unmittelbar reagieren. Nicht jede Nachricht direkt zurückschicken. Erst einmal atmen. Wahrnehmen. Spüren. Und wenn du freundlich bleiben möchtest, kannst du einfach schreiben: „Ich habe deine Nachricht gelesen und möchte kurz in Ruhe darüber nachdenken. Ich melde mich später dazu zurück.“ Manchmal verändert schon diese kleine Pause alles.
Und wenn deine Liste am Monatsende noch lang ist?
Dann ist das völlig in Ordnung. Deine Can-Do-Liste ist keine To-do-Liste. Sie will dich inspirieren, nicht unter Druck setzen. Nimm mit, was dir guttut. Lass gehen, was gerade nicht passt. Vielleicht trägst du manches in den Juni weiter. Vielleicht entstehen ganz eigene Ideen daraus. Vielleicht war allein das Lesen schon genug. Wichtig ist nur, dass du dir immer wieder kleine Momente schenkst, in denen du dich lebendig fühlst. Ich freue mich, wenn du im Juni wieder bei der nächsten Can-Do-Liste vorbeischaust.




