Mit Ganesh Chaturthi am 14. September 2026 wird die Geburt von Ganesha gefeiert, dem elefantenköpfigen Gott der Weisheit, des Erfolgs und des Neuanfangs. Im Hinduismus gilt er als derjenige, der Hindernisse aus dem Weg räumt – vorausgesetzt, wir bewegen uns auf einem guten Weg, der nicht nur uns selbst, sondern auch der Gemeinschaft dient. Deshalb rufen Menschen Ganesha traditionell zu Beginn neuer Unternehmungen oder vor dem Start einer Reise an.
Die Feierlichkeiten zu seinem Geburtstag dauern mehrere Tage. In vielen Haushalten und auch auf öffentlichen Plätzen stellen Menschen dafür sogenannte Murtis auf, Figuren aus Tonerde, die sie festlich schmücken und während des Festes verehren. Am Ende tragen sie die Figuren in fröhlichen Prozessionen zum Wasser und versenken sie dort. Etwas, das zuvor mit so viel Aufmerksamkeit geschaffen, geschmückt und gefeiert wurde, verschwindet wieder. Ganesh Chaturthi erinnert damit auch daran, dass materielle Dinge vergänglich sind – und dass Neuanfang manchmal bedeutet, etwas loszulassen.
Genau diesen Gedanken nehme ich dieses Mal mit in meine Can-Do-Liste: Neues ausprobieren, Hindernisse anders betrachten, Dinge wertschätzen, ohne sie festhalten zu müssen, und immer wieder schauen, was uns selbst und unserem Miteinander guttut.
Ayurvedisch kochen: Mein Lieblingsessen
Eigentlich wollte ich euch dieses Mal Ukadiche Modak vorstellen. Die gedämpften Teigtaschen aus feinem Reismehl mit einer süßen Kokos-Jaggery-Füllung – stellt sie euch als eine süße indische Variante von Wan-Tans vor – gehören traditionell zu Ganesh Chaturthi und gelten als Ganeshas absolute Lieblingssüßigkeit. Ihre Zubereitung ist allerdings nicht ganz einfach. Deshalb habe ich mich für etwas entschieden, das deutlich leichter und schneller zubereitet ist und ein echter Klassiker der indisch-ayurvedischen Küche ist: Kitchari ist einer meiner absoluten All-Time-Favoriten. Und vielleicht könnt ihr es schon erahnen: Ich koche es wie in diesem Rezept natürlich mit Brokkoli.
Von diesem typisch indisch-ayurvedischen Gericht gibt es vermutlich so viele Varianten wie heimische Herde. „Das Originalrezept“ gibt es meines Wissens gar nicht. Schon das Verhältnis von Reis und Linsen unterscheidet sich stark – ich persönlich bevorzuge zum Beispiel einen höheren Reisanteil als in diesem Rezept. Auch das Gemüse kannst du im Grunde ganz nach Saison und Geschmack austauschen. Im Kern haben die meisten Varianten aber dieselben Zutaten gemeinsam: Linsen, Reis, frisches saisonales Gemüse, kräftige Gewürze und ganz viel Liebe. Vielleicht passt auch das ganz gut zu Ganesha: Es muss nicht alles kompliziert sein, um besonders zu werden.
Yoga-Special bei be yogi: Neues im Stundenplan
Nach den Sommerferien stehen einige Veränderungen in unserem Stundenplan an. Damit erfüllen wir Wünsche unserer Schüler:innen – vielleicht ja auch einen von dir? Und weil Ganesh Chaturthi für Neuanfang und das Beseitigen von Hindernissen steht, passt der September eigentlich ziemlich gut dafür, Gewohntes ein bisschen neu zu denken.
Ab Mitte September rahmen zwei besondere Klassen die Arbeitswoche ein: Matej und Anna ergänzen die Asana-Praxis jeweils um eine geführte Meditation, der du auch ohne bisherige Erfahrung gut folgen kannst. Die Stunden dauern deshalb 90 Minuten. Mit dem Ende der Outdoor-Saison triffst du auch Maja und Josefine wieder häufiger im Studio. Im Herbst unterrichtet Maja jeden Mittwoch gleich zwei Klassen: Nach einem dynamischen Power Vinyasa kannst du mit ihr bei „Yin to the Night“ ruhiger werden. Und ab dem 24. September gibt es wieder eine regelmäßige Abendklasse „Embodied Yoga“ mit Josefine.
Wir haben den Stundenplan bereits für dich aktualisiert. Neben den regulären Klassen findest du dort auch neue Kurse, Workshops und Specials für die kommenden Monate. Wir freuen uns sehr auf deinen Besuch – und natürlich auf dein Feedback, wie dir die neuen und die vertrauten Yoga-Stunden gefallen.
Ab nach draußen: Ein letzter Sommerabend
Ich habe es ja schon angedeutet: Mit dem Ende des Septembers gehen unsere Outdoor-Yoga-Stunden im Park des be yogi Campus in die Winterpause. Nutze also noch einmal die Strahlen der Spätsommersonne und die letzten warmen, trockenen Abendstunden, um die Ruhe unseres Gartens zu genießen. Einen besonders schönen Abschluss bildet Annas Soundbad unter freiem Himmel. Du liegst entspannt auf deiner Matte und lässt dich von den Klängen tibetischer Klangschalen und weiterer Instrumente tragen. Die sanften Schwingungen schaffen einen Raum, in dem du nach und nach loslassen und zur Ruhe kommen kannst.
Und vielleicht steckt auch darin ein kleiner Ganesh-Chaturthi-Moment: Der Sommer war schön, und gerade deshalb darf er irgendwann zu Ende gehen. Wir müssen einen besonderen Moment nicht festhalten, damit er wertvoll bleibt.
Für Zuhause: Was nehme ich aus dem Sommer mit?
Bevor der Herbst richtig beginnt, räum dieses Mal nicht den Kleiderschrank aus, sondern Spotify, Apple Music, SoundCloud und Co. Welche Playlists hörst du eigentlich noch? Welche Songs haben dich durch den Sommer begleitet? Und welche Musik kann inzwischen gehen? Nutze die Gelegenheit und erstelle dir gleich eine neue Playlist für die kommenden Monate. Eine Art „Das nehme ich mit aus dem Sommer“-Playlist mit Liedern, die dich glücklich machen, dir Energie schenken und an dunkleren Tagen ein bisschen Licht und Wärme zurückbringen.
Auch hier musst du nicht alles aufheben. Manche Songs dürfen bleiben, andere verlieren ihre Bedeutung. Genau wie bei den Murtis an Ganesh Chaturthi liegt der Wert nicht darin, etwas für immer zu bewahren, sondern darin, anzuerkennen, was es dir für eine bestimmte Zeit gegeben hat.
Allein sein: Mach es selbst
Erschaffe einmal selbst etwas, das du normalerweise kaufen würdest. Das kann etwas zu essen sein, dessen Zubereitung dir bisher zu kompliziert erschien – vielleicht ja sogar die Modak, die ich beim Rezepttipp dieses Mal ausgelassen habe. Es kann aber genauso gut ein einfaches Wandregal sein oder ein Briefumschlag, den du selbst aus Papier faltest.
Wenn wir etwas selbst herstellen, entsteht oft automatisch eine andere Beziehung dazu. Wir sehen plötzlich, wie viele einzelne Schritte, Zeit und Aufmerksamkeit in einem Gegenstand oder einem Lebensmittel stecken. Das Ergebnis muss dabei überhaupt nicht perfekt sein. Gerade das Selbstgemachte trägt seine kleinen Eigenheiten sichtbar mit sich.
Vielleicht hilft uns das auch, materielle Dinge etwas anders zu betrachten: nicht als etwas, das wir besitzen und möglichst lange festhalten müssen, sondern als etwas, dessen Entstehung, Nutzung und Vergänglichkeit wir bewusst erleben können.
Gemeinsam genießen: Bücher auf Wanderschaft
Leih einem Freund oder einer Freundin ein Buch, das du gern gelesen hast – und lass dir vielleicht im Gegenzug auch eines ausleihen. So tauscht ihr nicht einfach zwei Gegenstände, sondern Geschichten, Gedanken und vielleicht sogar einen kleinen Teil eurer eigenen Perspektive.
Wir hängen manchmal erstaunlich stark an materiellen Dingen: an Büchern, Kleidung, Erinnerungsstücken oder Dingen, die wir irgendwann einmal geschenkt bekommen haben. Dabei entsteht ihr eigentlicher Wert oft erst dadurch, dass wir sie benutzen und mit anderen teilen. Ein Buch verliert nichts, wenn es für ein paar Wochen dein Regal verlässt. Im Gegenteil: Jemand anderes liest vielleicht genau den Satz darin, den er gerade braucht. Und selbst wenn ein Buch irgendwann einen Knick bekommt, ein paar Gebrauchsspuren trägt oder gar nicht mehr zu dir zurückkehrt, bleibt das, was du daraus mitgenommen hast.
PS: Auch wir verleihen Bücher über Yoga und Ayurveda. Du findest sie im Bücherregal am Campus. Oder du lässt dich von unserer Buchliste inspirieren.
Zum Nachdenken: Das Sonntagsgeschirr-Paradox
Kennst du dieses „gute Geschirr“, das nur an Weihnachten oder Geburtstagen auf den Tisch kommt? Das besondere Parfum, das du lieber für einen wichtigen Anlass aufhebst? Oder ein Kleidungsstück, das eigentlich zu schön für einen normalen Dienstag ist? Wir bewahren Dinge oft auf, um ihren Wert zu schützen – und benutzen sie dadurch kaum. Irgendwann steht das gute Geschirr seit zwanzig Jahren im Schrank, das Parfum hat seinen Duft verändert und der richtige Anlass für das Kleid ist immer noch nicht gekommen.
Ganesh Chaturthi stellt diesem Festhalten ein ziemlich kraftvolles Bild entgegen. Menschen gestalten Ganesha-Figuren, schmücken sie, verehren sie tagelang – und geben sie anschließend wieder dem Wasser zurück. Ihr Wert entsteht nicht dadurch, dass sie möglichst lange unversehrt bleiben. Vielleicht nimmst du diesen Gedanken einmal mit in deinen Alltag: Benutze heute die beste Tasse. Trag dein Lieblingsparfum. Zieh das Kleid an, auch wenn du „nur“ an einem Wochentag mit Freunden essen gehst. Materielle Dinge sind zum Benutzen da, nicht zum Aufbewahren für ein irgendwann, von dem niemand weiß, wann es kommt.
Und was mache ich jetzt?
Meine Can-Do-Liste ist keine To-Do-Liste. Sie möchte dich inspirieren, nicht vor neue Hindernisse stellen, die du im September auch noch überwinden musst. Vielleicht probierst du einiges aus. Vielleicht nimmst du dir nur einen einzigen Impuls mit in den Monat. Und vielleicht stellst du fest, dass es gerade gar nichts Neues braucht, sondern dass du lieber etwas Vertrautes genießen und teilen möchtest. All das ist vollkommen in Ordnung.
Ich wünsche dir einen wunderbaren September voller kleiner Neuanfänge, wertvoller Begegnungen und der Gelassenheit, nicht alles festhalten zu müssen. Und ich freue mich, wenn du im Oktober wieder bei der nächsten Can-Do-Liste dabei bist (daran halte ich weiterhin fest 😉).




