Interview mit Ulla zum Umzug am 1.1.27: Für die Yoga Experience

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Am 1. Januar zieht unser Studio aus der Kriegsstraße an den Ahaweg 6–8 auf das Majolika-Areal. Dort haben wir für uns alle ein neues Zuhause gefunden, auf das wir uns wirklich freuen.

Die historische Majolika gehört seit mehr als 100 Jahren zu Karlsruhe, ihre denkmalgeschützten Gebäude liegen direkt hinter dem Schlossgarten – immer dem „blauen Strahl“ entlang, nur wenige Gehminuten vom Marktplatz entfernt. Gleichzeitig entwickelt sich das Gelände behutsam weiter: Kunst, Ateliers, kreative Arbeit und neue Nutzungen finden hier ihren Platz. Mittendrin entsteht unser neues Studio: mit viel Raum zum Ankommen, einem ruhigen Yoga-Raum und diesem besonderen Blick in den historischen Innenhof.

Wir haben Ulla acht Fragen rund um den Umzug gestellt (und wenn du danach noch etwas wissen möchtest, schreib ihr einfach direkt an ulla@beyogi.de).

1. Ulla, die Kriegsstraße funktioniert.
Warum zieht man aus einem Studio aus, das doch gut besucht ist?

Die Kriegsstraße war ein wichtiger Anfang. Dort ist unsere Community gewachsen, dort haben sich unsere Klassen entwickelt und wir haben unglaublich viel gelernt.

Mit der Zeit merkt man aber auch, wo ein Raum Grenzen setzt. Dann kann man versuchen, immer noch etwas hineinzupacken. Oder man stellt sich eine andere Frage: Wenn wir heute noch einmal anfangen könnten – mit allem, was wir inzwischen von unseren Mitgliedern und Besucher:innen wissen – wie würden wir einen Ort für Yoga gestalten?

Diese Frage hat bei uns viel in Bewegung gebracht. Wir haben unsere Yoga-Lehrer früh einbezogen und möchten auch während des Umbaus immer wieder Rückmeldungen unserer Mitglieder und Besucher aufnehmen. Der neue Ort soll nicht nur für unsere Community entstehen, sondern gemeinsam mit ihr.

2. Du sprichst immer wieder von der „Yoga Experience“.
Ist eine gute Yoga-Stunde irgendwann nicht mehr genug?

Eine gute Yoga-Stunde bleibt das Herzstück. Aber ich glaube, wir Yoga-Studios dürfen heute weiterdenken. Die Yoga Experience beginnt nicht erst, wenn der Teacher übernimmt – sie beginnt vorher: Wie komme ich dorthin? Wie werde ich empfangen? Kann ich in Ruhe ankommen? Und wie fühlt es sich nach der Stunde an?

Gute Teacher und guter Unterricht bleiben entscheidend. Aber wir stellen die Frage heute größer: Wie fühlt sich der gesamte Besuch an? Denn eine gute Experience entsteht nicht zufällig – wir dürfen sie aktiv mitgestalten.

3. Heute kann man einen schönen Raum flexibel mieten, Matten hineinlegen und einen neuen Yoga-Space eröffnen.
Was macht dann überhaupt noch ein gutes Yoga-Studio aus?

Aus meiner Sicht ist das eine der spannendsten Fragen: Räume lassen sich heute unkompliziert und flexibel mieten, Teacher entwickeln ihre eigenen Formate und gefühlt wöchentlich entstehen neue Spaces. Das eröffnet viele Möglichkeiten, aber ein Raum allein wird dadurch auch austauschbarer.

Für mich liegt darin ein Stück Zukunft für Yoga-Studios – indem wir nicht einfach einen weiteren (austauschbaren) Space öffnen, sondern eine Yoga-Heimat gemeinsam gestalten, als Ankerpunkt zwischen Arbeit und Zuhause. Das unterscheidet uns von einer bloßen Mietfläche: Es geht um die Energie, die Beständigkeit und das Gefühl, an einem Ort anzukommen, der eine feste Bedeutung im Alltag unserer Community einnimmt.

4. Und warum ist die Majolika bzw. Ahaweg für euch so ein Ort?

Weil hier vieles zusammenkommt, was wir für unsere Community zugänglich machen möchten: Geschichte und Veränderung, Stadt und Natur, Nähe und Rückzug. Uns interessiert genau diese Balance: gut erreichbar und trotzdem geschützt. Stadtnah und trotzdem ruhig. Ein Ort mit einer eigenen Atmosphäre, bei dem schon der Weg dorthin Teil des Ankommens werden kann.

Eigentlich ist auch das typisch Yoga: Nicht entweder/oder, sondern in Balance. Wir suchen sie auf der Matte – warum also nicht auch bei der Frage, wie sich ein Yoga-Studio anfühlen sollte? Und dann gibt es etwas, das man auf keinem Grundriss vermitteln kann: den Blick aus dem Yoga-Raum in den historischen Innenhof der Majolika. Ich glaube, den muss man einfach einmal gesehen haben.

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5. Hand aufs Herz: Machst du dir keine Sorgen, dass im dunklen Januar jemand denkt: „Heute laufe ich nicht noch bis zur Majolika“?

Doch, diesen Gedanken kenne ich natürlich. (Ulla lächelt.) Gewohnheiten spielen eine Rolle, und ein Weg fühlt sich an einem dunklen Januarabend anders an als im Sommer.

Gleichzeitig kennen wir den Ahaweg durch unseren Campus inzwischen gut und erleben ihn als ganz selbstverständlichen Teil der Stadt. Die praktischen Fragen zu Anfahrt, Wegen und Standort sammeln wir in den nächsten Tagen und Wochen ausführlich auf unserer Umzugsseite.

Und nein, Sorgen mache ich mir keine: Wir haben gerade erst zum Tag des Lächelns über „Don’t worry, be yogi“ geschrieben – das passt auch hier ganz gut.

6. Was erwartet uns konkret, wenn wir im Januar durch die neue Studiotür kommen?

Zunächst einmal sehr viel Vertrautes: unsere Teacher, unsere Klassen und viele bekannte Gesichter.

Aber das Drumherum wird sich deutlich verändern. Im Foyer kann man entspannt ankommen und einchecken. Umkleide, Sanitärbereiche und Teeküche bekommen ihren eigenen Platz, alles bleibt auf einer Ebene – und ja: Es gibt endlich mehrere Toiletten. Wer vor einer beliebten Klasse schon einmal Schlange gestanden hat, weiß, dass auch solche Dinge zur Yoga Experience gehören. Gleichzeitig kann es im Yoga-Raum ruhiger werden, weil Check-in und Ankommen außerhalb stattfinden.

Und der zusätzliche Raum schenkt uns noch mehr Freiheit: Freu dich auf ganz neue, kreative Formate und Events, wie man sie in Karlsruhe sonst nur schwer findet.

Und dann liegt unser Campus in der Forsthausvilla direkt gegenüber: Studio und Campus rücken damit ganz selbstverständlich zusammen – zwei unterschiedliche Orte, nur ein paar Schritte voneinander entfernt, die sich mit ihren jeweiligen Qualitäten wunderbar zu einer gemeinsamen Yoga Experience ergänzen.

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7. Dahinter steckt also mehr als die Entscheidung für schönere Räume.
Was ist die größere Idee von be yogi?

Wir möchten Community stärker leben und dazu gehört für mich vor allem: besser miteinander im Gespräch sein. Viele Entscheidungen bei be yogi entstehen aus dem, was wir verstanden haben, was unsere Kund:innen sich wünschen. Die Resonanz darauf erreicht uns nicht selten später, oft auf Umwegen – über Teacher, über einzelne Gespräche oder manchmal erst dann, wenn etwas nicht verstanden wird. Lob hören wir natürlich auch. Was uns häufiger fehlt, ist der direkte Austausch darüber, was eine Veränderung tatsächlich bewirkt hat, was besser geworden ist oder wo wir danebenliegen.

Genau deshalb ist der Ahaweg für uns mehr als ein neuer Standort. Die Bedingungen für Begegnung sind dort einfach besser: mehr Raum zum Ankommen und Bleiben, Studio und Campus direkt gegenüber und mehr Gelegenheiten, sich auch jenseits einer laufenden Klasse zu begegnen. Und auch der Umzug selbst, bietet eine gute Chance, um gemeinsam darüber nachzudenken, was soll mit, was kann weg und wo braucht es ganz neue Wege für mehr Miteinander.

Wir glauben, dass dadurch mehr Resonanz entstehen kann – direkter, selbstverständlicher und näher an den Menschen, die mit uns Yoga praktizieren. Unser Anspruch ist eine Yoga Experience, die mit den Menschen und ihrem Leben wachsen kann und die unsere Gemeinschaft nährt.

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8. Soll der Ahaweg jetzt der neue Yoga-Hotspot von Karlsruhe werden?

Das Spannende ist ja: Wir fangen dort nicht bei null an. Die Majolika ist für viele Karlsruher längst ein besonderer Ort – für Essen, Events, Kunst und Begegnung. Dazu kommen der Schlossgarten, die historische Architektur und ein Gelände, das sich gerade weiterentwickelt.

be yogi bringt eine neue Facette dazu: Yoga, Bewegung, Atem, Achtsamkeit und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Ich finde die Vorstellung schön, dass am Ahaweg unterschiedliche Formen von Begegnung nebeneinander entstehen können: Man kann dort feiern, essen, Kunst erleben, durch den Schlossgarten spazieren – und eben auch Yoga praktizieren, meditieren oder sich für einen (halben) Tag zurückziehen für ein Retreat oder sogar den be yogi Ausbildungsweg in 5 Modulen zum 500h Yoga-Lehrer:in gehen.

Ob daraus ein Yoga-Hotspot wird, entscheiden am Ende die Menschen, die kommen.

Avatar von Laura Strauß

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