Am 15. Oktober 2026 wurde be yogi in das Netzwerk Fortbildung Mittlerer Oberrhein aufgenommen. Wir freuen uns darüber und möchten euch erzählen, warum uns dieser Schritt wichtig ist. Denn hinter dem etwas förmlichen Namen steckt eine Frage, die uns jeden Tag beschäftigt: Wie können Menschen lernen, sich weiterentwickeln und das Gelernte in ihr Leben und ihren Beruf mitnehmen? Unsere Antwort beginnt oft auf der Yoga-Matte. Mit der Mitgliedschaft im Netzwerk möchten wir diesen Zugang in den Austausch mit anderen Bildungseinrichtungen einbringen und selbst dazulernen.
Was ist das für ein Netzwerk?
Im Netzwerk Fortbildung kommen Bildungseinrichtungen einer Region zusammen. Sie machen Weiterbildungsangebote sichtbar, tauschen sich aus und arbeiten auf der Grundlage gemeinsamer Qualitätskriterien. Dazu gehören beispielsweise qualifizierte Lehrende, nachvollziehbare Lernziele und transparente Informationen zu Angeboten und Teilnahmebedingungen. Wer Mitglied werden möchte, stellt seine Einrichtung vor; anschließend entscheiden die Mitglieder über die Aufnahme.
Für uns bedeutet die Mitgliedschaft, Teil einer regionalen Qualitätsgemeinschaft zu sein. Wir möchten erfahren, welche Fragen andere Bildungseinrichtungen beschäftigen, voneinander lernen und mögliche Verbindungen entdecken. Welche Zusammenarbeit daraus entsteht, wird sich im gemeinsamen Austausch entwickeln.

Warum gehört Yoga in diese Runde?
Vielleicht besuchst du unsere Klassen, weil dir Bewegung guttut oder weil du dir eine bewusste Pause wünschst. Vielleicht liebst du das gemeinsame Üben, die Konzentration oder die Ruhe danach. All das gehört zu be yogi. Gleichzeitig kann die Praxis Fragen eröffnen, die über die einzelne Stunde hinausreichen.
Wann bemerke ich, dass ich mich überfordere? Kann ich aufmerksam zuhören, ohne gedanklich schon meine Antwort vorzubereiten? Wie gehe ich damit um, wenn etwas anders läuft als geplant? Was brauche ich, um eine Entscheidung bewusst zu treffen? Solche Fragen begegnen uns auf der Matte und im Alltag. Wir können ihnen durch Erfahrung, Wissen und Reflexion nachgehen.
Darin liegt für uns ein Bildungsanliegen. Eine Arbeitswelt im Wandel verlangt, selbstständig zu lernen, mit Unsicherheit umzugehen und mit unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Dafür braucht es auch einen guten Zugang zu sich selbst und zueinander. Mit unserem körperbezogenen und gemeinsamen Lernen möchten wir einen Beitrag dazu leisten.
Unser Bildungsauftrag: Räume für Aha-Momente
Ihr kennt vielleicht diesen Augenblick: Eine Bewegung fühlt sich plötzlich verständlich an. Eine Frage verändert euren Blick. Oder beim Wiederholen erkennt ihr etwas, das euch zuvor entgangen ist. Ein Zusammenhang wird greifbar, und daraus entsteht eine neue Möglichkeit.
Solchen Aha-Momenten möchten wir Raum geben. Unser Bildungsauftrag liegt an der Schnittstelle der jahrtausendealten Wellbeing-Traditionen Yoga und Ayurveda, heutiger Erkenntnisse aus Wissenschaft, Medizin und Bewegungslehre sowie Social Yoga. Wir verbinden eigene Erfahrung mit fundiertem Wissen und selbstständigem Lernen.
Dabei verstehen wir einen Aha-Moment als Anlass, genauer hinzusehen. Eine überzeugende Einsicht darf hinterfragt, fachlich eingeordnet und praktisch erprobt werden. Manches erschließt sich plötzlich, anderes wächst langsam durch Übung. Beides hat seinen Platz. Unsere Aufgabe besteht darin, einen verlässlichen Rahmen für dieses Lernen zu gestalten.
Was Social Yoga dazu beiträgt
Wenn wir gemeinsam Yoga üben, nehmen wir uns selbst wahr und teilen zugleich einen Raum mit anderen. Jede Person bringt ihren eigenen Rhythmus, ihre Erfahrungen und ihre Grenzen mit. Das Miteinander kann in gemeinsamen Bewegungen ebenso spürbar werden wie in einer Pause oder in geteilter Stille.
Social Yoga beschreibt unsere didaktische Perspektive auf diese verkörperte Erfahrung von Beziehung. Wir gestalten klassische Yoga-Praxis so, dass Menschen bei sich bleiben und andere wahrnehmen können. Niemand muss Nähe herstellen, Erlebnisse erklären oder etwas Bestimmtes empfinden. Lehrende geben Orientierung und achten auf Wahlmöglichkeiten. Was Menschen erfahren, bleibt offen.
Für die Bildungsarbeit ist dieser Zugang interessant, weil das Miteinander unmittelbar erlebt werden kann. Daraus können Fragen zum Zuhören, zu Selbstverantwortung oder zum Umgang mit Unterschieden entstehen. Welche Bedeutung eine Erfahrung für den eigenen Alltag bekommt, entscheidet jede Person selbst.
Ein Bildungsweg, den Praxis zusammenhält
Bei be yogi gehören Studios und Campus zusammen. Die regelmäßige Praxis begleitet unseren Bildungsweg vor, während und nach einer Ausbildung. Unsere Mitgliedschaft bietet dafür einen kontinuierlichen Übungsraum und die Möglichkeit, mit anderen verbunden zu bleiben.
Die 200h-Grundausbildung in Hatha und Vinyasa Yoga verbindet persönliche Erfahrung mit fachlichen Grundlagen und dem Handwerk des Unterrichtens. In der 300h-Weiterbildung vertiefen Teilnehmende ihre Kompetenzen in Mentorship und Alignment, Meditation und Achtsamkeit, Personal Yoga sowie Social Yoga. Ergänzende ZPP-Module vermitteln zusätzliche Qualifikationen auf dem Weg zu krankenkassenbezuschussten Präventionskursen; eine Anerkennung hängt von den individuellen Voraussetzungen ab.
Die BDVT-zertifizierte Fortbildung zum Life- und Business-Coach nach der ZUM GLÜCK-Coaching-Methode erweitert diesen Weg um die professionelle Begleitung persönlicher und beruflicher Entwicklung. Sie verbindet Positive Psychologie, systemische Entwicklung und die Weisheitstraditionen von Yoga und Ayurveda.
So können unterschiedliche Wege entstehen. Manche möchten unterrichten, andere ihr bisheriges Berufsfeld ergänzen. Wieder andere bleiben bei ihrer eigenen Praxis und vertiefen sie über Jahre. Diese Wege begegnen sich bei uns immer wieder.
Was bedeutet das für unsere Community?
Mit der Mitgliedschaft im Netzwerk Fortbildung Mittlerer Oberrhein möchten wir unsere Bildungsarbeit weiterentwickeln und unsere Erfahrungen teilen. Der Austausch kann helfen, Angebote verständlicher zu beschreiben, andere Lernformen kennenzulernen und neue berufliche Einsatzmöglichkeiten zu entdecken. Zugleich bringen wir Fragen aus unserer Praxis mit: Was unterstützt Menschen beim Lernen? Wie viel Anleitung brauchen sie? Wann hilft eine Pause? Wie wird Feedback hilfreich?
Eure Erfahrungen gehören dazu. Rückmeldungen aus Klassen, Fragen in Ausbildungen und Gespräche nach dem Üben zeigen uns, was verständlich ist und wo wir genauer werden müssen. Darauf bauen wir auf. Unsere Netzwerk-Mitgliedschaft ergänzt diesen Austausch um weitere Perspektiven aus der Region.
Vielleicht entsteht daraus künftig eine gemeinsame Veranstaltung oder ein fachlicher Austausch zu körperbezogenem Lernen. Solche Möglichkeiten möchten wir sorgfältig erkunden und gemeinsam entwickeln. Dabei interessiert uns besonders, wie persönliche Entwicklung und berufliche Weiterbildung sich sinnvoll ergänzen und gegenseitig neue Impulse geben.
Wir bedanken uns bei den Mitgliedern des Netzwerk Fortbildung Mittlerer Oberrhein für die Aufnahme und freuen uns auf das Kennenlernen. Unseren Beitrag haben wir so beschrieben: Wir bringen Bewegung in die Bildungsregion Mittlerer Oberrhein – mit Yoga als Bildungsweg, der über gelebte Praxis Zugang zu Selbsterkenntnis, innerer Klarheit und bewusstem Wahrnehmen im Miteinander eröffnet.
Für euch bleibt die Einladung, diesen Weg mitzugestalten: durch eure Praxis, eure Fragen und eure Bereitschaft, euch selbst und anderen aufmerksam zu begegnen. Genau dort beginnt für uns die gemeinsame Lernreise.
